Blaues Haus

inmitten Vertrautem und Aufbruch

»The two most important days in your life are the day you are born and the day you find out why.«

Mark Twain

Zukunfts­perspektive

Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie soll unser Lebensraum aussehen? Wie sich anfühlen? Welche Werte leiten uns? Wie achten wir die Verbindung mit jenen Wesen die unser Leben begleiten? Was ist ver­ant­wor­tungs­­volles Tun im Einklang mit unserer physischen und spiri­tuellen Existenz? Was ist möglich, was noch unmöglich scheint?

Leitgedanke

Urbane Leichtigkeit

Ich habe geträumt von einer Stadt Isadora

Es ist dieser Traum auf jene Fragen, der mich bewog, die lyrische Szene Isadora zu performen und nunmehr das »Blaue Haus« ins Leben zu rufen. Schluss­endlich ist es der Ort selbst, der mich auffordert die Kinder zu holen und den Raum für kreativen Aus­tausch zu initiieren.

Das »Blaue Haus« ist ein Ort an dem kommu­nikatives Zusammensein jeden Alters und jeder Couleur gelebt wird. Ein Ort an dem kultureller Aus­tausch das tägliche Brot ist. Ein Ort an dem spiele­rische Leichtigkeit und absichts­loses Tun die Sinne beflügelt. Ein Ort an dem geträumt, fantasiert, debattiert, gelacht und gefeiert wird. Ein Ort des Erfindens, des Scheiterns, des Wieder­aufstehens und des Weiter­machens. Ein Ort an dem Visionen kreiert und verwirklicht werden.

Das »Blaue Haus« ist ein Pilotprojekt, ein Work-in-Progress Ent­wick­lungs­projekt mit der urbanen Vision von einem respekt­vollen »Ge­meinsam-Sein« in Toleranz, Offenheit und Heiterkeit. Es macht sich zur Auf­gabe mit vielfältigen Pro­jekten über den Ort hinaus das Viertel zu beleben. Themen wie gesellschaft­liches Miteinander, kulturelle Bildung und Urbanität stehen im Fokus für den stadt­bürger­lichen Austausch. Es gründet sich auf drei von­einander eigenständig agierenden »Säulen«, die durch inter­disziplinäre Projekte miteinander kooperativ verbunden sind: Dem »Kinder­kulturhaus«, dem »Theater­werk­statt­labor« und der »Stadtgarten­­land­wirt­schaft«.

Performanceparadigma

Isadora

Die Stadt meiner Träume

Isadora, die Stadt mit dem schönen Klang . . . hoch oben in den Bäumen . . . wo kein Haus dem anderen gleicht . . . eine glückliche Stadt, die ihre Be­wohner liebt . . . und die es wiederum lieben sich schwingenden Ganges über die Hängebrücken zu besuchen. . . manche treibt es gar über die Wendel­treppen in den Himmel . . . andere stürzen sich mit Seilen ins blaue Wasser . . . das so klar ist, wie ein Spiegel . . . der alle Schatten verschlingt . . . so ist diese Stadt Isadora hoch oben in den Bäumen . . . wo Fenster zu Türen werden und eine jede offen steht für den Fremden und alles Neue . . . wo Herzen Menschen berühren und Vernunft nur eine kleine Fußnote ist . . . wo Disputierende gelegentlich lieber Kopf stehen . . . wo Verrückte und Fantastereien viel Platz haben . . . wo Leucht­türme verirrte Seelen lotsen und Krankheit ein Hinausfallen aus der Liebe ist . . . wo Menschen sich am Spiel erfreuen und Farben und Düfte Worte verschlingen . . . wo Erwachsene beseelt und weise führen und Kinderlachen die Sorgen befrieden . . . wo Träumende auf Luftschiffen reisen und Karussells den Boden küssen . . . wo selbst das Lust­wandeln im Regen ein Vergnügen ist, denn nirgendwo, außer in Isadora leuchten die Regenbögen dreifach.

Theaterszene aus »Nimm was du hast«
Performance Manuela Rademaker

Was, wenn ich das Haus auf den Kopf stelle, es auf die Spitze treibe? Dann werden Fenster zu Türen, Türen be­kom­men Füße, Böden ragen gen Him­mel und der Himmel kommt auf die Erde.

Kinderkulturhaus

Sei Kind

Sei die oder der oder das du bist!

Das althochdeutsche »Blao« bedeutet so viel wie glänzend, scheinend, leuchtend, gleich einem Sinnbild für den visionären Geist dieses Kinder­hauses, das sich der absichtslosen Bildungs- und Persön­lich­­keits­­ent­wicklung verschreibt. Angelehnt an den Er­fahrungen demo­kratischer Lern­konzepte und den Malort von Arno Stern werden hier Kinder jeder Couleur unter einem Dach im »Roten Haus« vereint und im weiteren Sinne die Er­wachsenen über die Vernetzung mit dem »Theater­werk­stattlabor« und der »Stadt­garten­landwirtschaft«. Das »Kinderkultur­haus« bildet als ab­schlos­sene Projekteinheit eine der drei Säulen des »Blaue Hauses«, ist jedoch durch gemeinsame Projekte mit der Theater­werkstatt­ und dem Stadt­garten­­ kooperativ vernetzt.

»Warum lässt (der alte Mann) den Fisch nicht einfach frei?« »Der alte Mann ist nun mal der alte Mann und der Fisch ist der Fisch. In dieser Welt muss man sein, wer man ist, egal was passiert.«

Film Equalizer
Theaterwerkstattlabor

Sei Mensch

Begreife und erlebe wer du bist!

Kommunizieren, Fantasieren, Ex­peri­men­tieren. Sich Produzieren, mit­einander disku­tieren und Ge­schich­ten erzählen. Lebendiges Zu­sam­men­sein über darstellende und bildende Kunst­aktionen, die im »Theater­werk­statt­labor« gepflegt werden, mal als Theater­­­per­for­mance im Hof, mal als literarische Lesung auf der Bühne, mal als philo­sophisches »Kaffee­haus­deba­tieren« in der Werkstattstube. Und vieles noch nicht Ersonnene hat hier seinen Raum um sich zu entfalten. Das »Theater­werkstatt­labor« ist die zweite der dreie Säule des »Blaue Hauses« und bildet eine unabhängige Einheit bildet, die interdisziplinär mit dem »Kinder­kulturhaus« und dem »Stadt­garten­landwirtschaft« vernetzt ist.

Indem der Mensch die Natur begreifen lernt und sie mit seiner ei­genen Wesens­struktur formt, bedingt er sein Dasein.

Stadtgartenlandwirtschaft

Sei Natur

Bade deine Sinne in Sonne und Erde!

Ein Hinterhof mit Stadtgrün. Die Erde aufbrechen, säen, wachsen und gedeihen lassen und schließlich die Früchte ernten. Das ist der immer wieder­kehrende Kreislauf der Natur zwischen Sonne und Erde. Die Erinne­rung an den Ursprung mensch­lichen Tuns im Ein­klang mit den kosmischen Kräften ist ein wesentlicher Ruhepol für die Seele, eine willkommene Entschleu­ni­gung und Rück­anbindung an die eigenen Wurzeln. Mitunter geht die Landwirtschaft nur im gemein­schaft­lichen Tun, so dass viel Raum für Kommuni­kation und physische und emotionale Er­fah­rungen geschaffen wird.

Der Stadtgarten mit der Fassaden­land­wirtschaft nach Andreas Reimann als grüne Lunge für den engen Stadthof zum einen und als Option dem be­schleunigten urbanen Lebensraum die spielerische Leichtigkeit entgegen­zusetzen zum anderen, ist die eine Absicht dieses Projekts. In einem weiteren Anliegen geht es um eine über das Grund­stück hinaus­gehende stadtbürgerliche Vernetzung, indem kleine Gartenparzellen einzelnen Bewohnern des Damm-Viertels zur Nutzungsverfügung gestellt werden.

Die »Stadtgartenlandwirtschaft« ist die dritte der drei Säulen des »Blauen Haus« Projekts. Zusammen mit dem »Kinder­kulturhaus« und dem »Theater­werk­stattlabor« finden im Sommer kulturelle Aktionen wie Performance, Feste und Kino unter freiem Himmel im Hof statt, die mit temporären »Ein­raum­­container«, angelehnt an das Container Collektive im Werksviertel in München, die Nutzung erweitern.

»Wenn die Wipfel unseres Himmels sich zusammen­finden, dann hat mein Haus ein Dach.«

Paul Eluard
Verortung

Stadttorhaus

Blaue Brücke und blaues Zollhaus

Verortet ist das »Blaue Haus« in einem Gebäude­­ensemble am Damm in Oldenburg, jener Straßen­achse, die das Schloss in der Altstadt mit dem süd­lichen Eingangs­tor, flankiert von zwei querstehende Gebäuden, verbindet. Das östliche der beiden Stadttore bildet den südwestlichen Ankerpunkt des Grundstücks und gestaltet zusammen mit dem Zwillingsgebäude, dem Archiv, der Bibliothek und dem Naturkunde­museum den Charakter eines Platzes — die Öffnung Richtung Stadtzentrum nach dem Übertritt der »Blauen Brücke« (Cäcilien­brücke) über die schiffbare Hunte und dem »blauen Zollhaus«. Und nicht nur die Historie steht hier Pate für das Blau im »Blauen Haus«, vielmehr die Eigenschaften Krea­tivität, Spiritualität und Pionier­geist.

"Architektur ist das kunstvolle, kor­rek­te und groß­artige Spiel der unter dem Licht ver­sammelten Bau­körper."

Le Corbusier

Hinterhof mit Stadtgrün

. . . und das Rote, das Weiße, die Wand und ein Zirkuswagen

Ein unbebauter Hinterhof, ein denk­mal­geschütztes Gebäudes und eine ehemalige Werkstatt stehen dem »Blaue Haus« als Quartiere zur Ver­fügung, bestehend aus dem Haupt­haus, das »Roten Haus« für das »Kinder­kultur­haus« und dem Anbau, das »Weiße Haus« für das »Theater­werk­stattlabor«, sowie die drei­ge­schos­sige Hauswand für die Fassadenland­wirtschaft mit der angrenzenden Grünfläche für die »Stadt­garten­landwirtschaft«, die zusammen den Hof wie eine schützende Hand umarmen — ein idealer Ort zum Träumen und absichtslosen Tun.

»Zuerst formen wir die Gebäude, da­nach for­men sie uns.«

Winston Churchill

Synergien

Stadtteilübergreifende Vernetzung

Die Nähe zum Zentrum, die uni­ver­sitäre philosophische Einrichtung im Nebengebäude und das Natur­kunde­museum mit dem Graf-Anton-Günther Gymnasium in unmittelbarer Nach­barschaft, bieten die optimale Voraus­setzung ein vielfältiges Bildungs- und Kulturprogramm an diesem Ort zu etablieren, als auch die Vernetzung mit kulturellen Einrichtungen am Damm, wie der Kunstverein, das Augusteum, der Prinzenpalais und stadtteil­über­greifend mit dem Laboratorium, der Kulturetage, dem Stadttheater und anderen.

Jeder Ort und jeder Platz, jedes Haus und die Straße an dem es steht, sind wahr­nehmbare We­sens­­qualitäten, die sich in ihrer Ge­samt­heit als ein in sich be­din­gtes holo­grafisches Netzwerk, ver­bunden mit allen Wesen, offen­baren.

Quellen

Links

Malort nach Arno Stern
Fassadenlandwirtschaft nach Andreas Reimann, Fraunhofer IME
Container Collective im Werksviertel-Mitte in München

Bilder

Projektillustration mit Originalfotografie von Ottmar Hörl
Bildillustration mit Digitalbild von Catrin Welz-Stein

Literatur

»Oldenburg, ein norddeutsches Stadtbild im Wandel der Zeit« Autor Hermann Lübbing, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg

»Oldenburg im Profil« Klaus Brake, Rainer Krüger, Isensee Verlag Oldenburg

»Baudenkmäler im Oldenburger Land« Herausgeber Horst Neidhardt, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg

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Aktualisiert am 20. Mai 2024.

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